5. Februar 2016

Zauberstab mit Tiefenwirkung: Training mit dem Flexi-Bar

Wackelnd zur Bestform? Rückenschmerzen wegschwingen? Es sieht ja irgendwie unspektakulär aus. Eine Stange, die nicht viel wiegt, in der Mitte ein Griff und an den Enden zwei Gummistopper. Was soll dieses Leichtgewicht großartig an meiner Muskulatur ändern? Ich bin skeptisch.

Die Arbeitsweise des Zauberstabs sei ganz einfach, beschreibt die Expertin Barbara Klein, die den Kurs anleitet: „Das Gerät wird mit kleinen Impulsen zum Schwingen gebracht. Dazu ist hauptsächlich die Anspannung der koordinativ wichtigen, kleinen Muskeln im Körper nötig, die man willkürlich oft gar nicht anspannen kann.“ Hört sich gut an, bitte mehr davon! Und es geht weiter: „Das ist ein großer Vorteil des Flexi-Trainings: Wie bei natürlichen Bewegungen wird ein Muskel nie isoliert, sondern immer im Zusammenhang mit den umliegenden Muskeln bearbeitet. Das garantiert auch im Alltag eine Funktionalität der so aufgebauten Muskeln“, erklärt die Physiotherapeutin. Und soll vor allem Core- und Rückenmuskeln trainieren.

 

Ich bin schon ganz gespannt – also los: In die Grätsche, Gerät waagrecht halten und schwingen. „Ganz locker auf und ab, nur senkrecht, nicht rotieren“, leitet Barbara Klein an. Schwingen? Ich rüttle an der Stange, sie bewegt sich kurz, aber dann ist auch schon Schluss mit Good Vibrations. Nach zwei Minuten kriege ich schlechte Laune, das Flexi-Bar zuckt, aber konstant schwingen? Fehlanzeige. Dann kommt die Trainerin persönlich zu mir und beschreibt, was zu tun ist: „Das Gerät mit kleinen, konstanten Impulsen füttern; dann schwingt die Stange wie von alleine.“ Ich sehe ihr kurz zu, ihre Arme bewegen sich kaum, und begreife: Der Schwung kommt irgendwie von innen! Also los: Core-Muskeln anspannen, Po fest, Bauch rein – und dann die Überraschung: Es schwingt! Es schwingt und hört nicht mehr auf! Na endlich! Ich bin erleichtert und ein wenig stolz. Frau Fitness-Expertin hat’s geschafft und das störrische Gerät doch noch bewegt! Das ist dann auch der Kontrollmechanismus fürs Training: Schwingt die Stange, liegt man richtig. Schwingt sie nicht, benutzt man die großen, sogenannten globalen Muskeln anstatt der tiefliegenden Core-Fraktion. Der Trick: „Nicht mit dem Kopf schwingen, sondern mit dem Körper spüren!“ Das ist vor allem zu Beginn und besonders für Kopfmenschen nicht ganz einfach, aber anscheinend der einzige Weg zum Flexi-Schwung.

Gerade als ich mich schön eingeschwungen habe, ist es auch schon wieder vorbei mit der Freude: Die wahre Herausforderung kommt aber erst noch. Senkrecht schwingen, von Seite zu Seite! So sehr ich mich abmühe, Flexi-Bar macht sich stocksteif und mein Po wackelt hin und her wie bei einer Samba-Session. Meine Güte, muss ich albern aussehen! Gut, dass die Übung nicht lange dauert. Die nächsten Moves finden auf einem Bein statt, die Stange wird in alle möglichen Richtungen geschüttelt und geschwungen. Es klappt auch halbwegs. Der Schweiß auf meiner Stirn verrät mich: Ja, es ist anstrengend! Ja, ich schwitze! Ja, ich habe das Leichtgewicht unterschätzt! Nur gut, dass dabei der Stoffwechsel ordentlich auf Touren kommt: Bis zu einem Drittel mehr verheizte Kalorien verspricht der Hersteller dem braven Stangenschwinger.

 

Die Stunde ist schnell vorbei und ich fühle mich eigentlich nicht komplett erledigt. Doch das Gefühl ist trügerisch. Wie sehr, das merke ich erst am nächsten Tag: Ich fühle mich, als ob ich noch nie in meinem Leben einen Toning-Kurs mitgemacht, geschweige denn angeleitet hätte. Meine Bauchmuskeln spüre ich rundum und auch Rücken, Po und Beine sind leicht verkatert. Die Arme und Schultern spüre ich auch, allerdings leicht, angenehm. Fazit: Für Group Fitness eine tolle Alternative zu Hanteln, Gummiband und Co; und irgendwie finde ich den Gedanken sehr reizvoll, mit einem unscheinbaren Gerät sämtliche Muskelprotze KO gehen zu lassen… Vielleicht im nächsten Bauchtrainingskurs? Einen Tag später melde ich mich dann auch zur Ausbildung an: Diesen Trainerschein brauche ich unbedingt auch noch!

 

Mehr Infos finden Sie unter www.flexi-sports.com

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