15. Januar 2016

Watsu: Relaxen deluxe!

Eigentlich habe ich ja etwas Angst vor Wasser. Schwimmen war noch nie mein Ding und Segeln kann ich nur deswegen, weil ich nicht ins Wasser fallen will. Doch seit geraumer Zeit hört man ja immer wieder von Entspannungsmethoden, die im Wasser stattfinden; besonders spannend klingt in diesem Zusammenhang Watsu, ein Wortmix aus Wasser und Shiatsu. Das muss ich testen!

Die Wassertherapie soll nicht nur entspannend wirken, sondern auch bei Rücken- und Nackenschmerzen sowie Gelenkproblemen für Linderung sorgen. Auch für Geburtsvorbereitung ist Watsu bestens geeignet!

Das sehe ich mir näher an und melde mich zu einer Einzelsitzung an. Nach einer harten Arbeitswoche mit viel Sport kann das meinem Nacken nur gut tun!

Als ich im Schwimmbad bin, fällt mir die angenehm warme Luft auf und selbst das Wasser besteht den Zehentest. Für verfrorene Leute wie mich ist Watsu also durchaus geeignet. Eine nett lächelnde Fitness-Trainerin namens Anke bittet mich kurz darauf ins Wasser.

Dort erklärt sie mir dann die Grundzüge des Watsu: „Überlass einfach alles mir, lass dich fallen. Du wirst ganz entspannt im Wasser liegen und ich werde dich sanft drehen, strecken und dehnen.“ Dadurch, so Anke, werden Blockaden und Verspannungen gelöst, Gelenke und Muskeln gelockert. Die Meridiane werden angeregt, die Lebensenergie Qi soll zum Fließen gebracht und die Organe gestärkt werden. Klingt gut! Und was muss ich dafür tun? „Nichts, wie gesagt. Nur loslassen.“ Das gehört bei fremden Menschen nicht gerade zu meinen Lieblingsübungen, aber ich beschließe, es wenigstens zu versuchen.

Zu meiner Überraschung klappt es dann auch recht gut. Und zwar erstaunlich schnell. Nach ein paar Vorbereitungsübungen im brusttiefen Wasser – ich soll zur Lockerung Hand-, Schulter- und Fußgelenke leicht kreisen – führt mich Anke tiefer ins Becken. Dort bekomme ich Schaumstoffrollen unter Hals und Knie und fühle mich sofort sicher und bequem wie in einem Liegestuhl. Automatisch schließe ich die Augen. Anke schiebt und zieht mich in fließenden, mal kreisenden, mal schaukelnden Bewegungen quer durch den Pool – es ist herrlich. Das Wasser schwappt mir zwar manchmal in die Ohren, aber egal! Sind die Ohren gerade frei, lausche ich den meditativen Klängen der Entspannungsmusik, die erheblich dazu beiträgt, das Relax-Gefühl zu verstärken.

Der Wasserwiderstand ist ganz sanft, mein Körper fühlt sich leicht wie eine Feder an. Meine Gedanken entschweben, meine Atmung wird immer tiefer – und ich muss aufpassen, nicht einzuschlafen.

Nach etwa zehn Minuten nimmt Anke mein Handgelenk und beginnt mit Mobilisationsbewegungen. Sie rollt und dreht meine Hand-, Ellbogen- und Schultergelenke in alle möglichen Richtungen und ich staune, zu was für Bewegungen mein Körper in der Lage ist. Doch das, so Anke, ist eben der Vorteil des Wassers. „Die Entspannung im warmen Wasser ermöglicht einen größeren Bewegungsradius, die Verletzungsgefahr ist gleich null“, sagt sie und wandert auch schon weiter zu meinen Füßen. Nun beginnt sie, das rechte Bein abwechselnd anzuwinkeln und zu strecken. Danach ist das Fußgelenk an der Reihe, es folgen das andere Bein und der andere Arm. Zwischendrin gibt’s noch eine Art Fußmassage, die aber überhaupt nicht kitzelt. Dadurch sollen die Reflexzonen stimuliert werden. Zum Schluss nimmt mir Anke die Schwimmrollen ab, legt stattdessen ihre Arme unter meinen Nacken und die Knie. Dann wiegt sie mich in Seitenlage im Wasser und mir kommt dieses Gefühl irgendwie bekannt vor. Es fühlt sich geborgen an, vertraut und unglaublich angenehm. Wahrscheinlich kenne ich diesen Zustand aus einer Zeit, die schon lange zurückliegt. Aus meiner Zeit als Embryo im Mutterleib. So fühlt sich also Entspannung an.

 

Mehr Infos unter www.watsu.de

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