28. August 2019

Sweat, baby, sweat…

Bikramyoga ist zum Sterben schön. Aber auch hässlich anstrengend – ähnlich einer Runde Monopoly, bei der einem statt Geld ganz einfach die Energie ausgeht. Bereits nach zehn Minuten fühle ich mich wie ein ausgewrungenes Handtuch und gehe mit Kreislaufkollaps und Vorhofflimmern auf Tuchfühlung – und das, obwohl ich eigentlich von Haus aus fit bin. Tja, leider die Rechnung ohne das Saunafeeling gemacht – aber aufhören? Kommt nicht infrage.

Immer wieder frage ich mich aufs Neue, wie das denn sein kann: Übe ich doch schon jahrelang, komme ich mit ein und demselben Programmablauf immer wieder an meine Grenzen. Gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie keine DM 4000 ein. Okay, ich gebe zu, ich habe gerade zwei Wochen Pause hinter mir – und ja, es stimmt schon, gaaaanz so schlimm wie zu Beginn ist es auch nicht mehr. Jedenfalls möchte ich beim Üben nicht mehr wie ein Kamel nach dem Wüstentrip eine komplette Badewanne austrinken, sondern komme auch mit der kleinen 0,75-Liter-Flasche Wasser mittlerweile ganz gut klar. Mein Kreislauf kollabiert nicht mehr komplett, sondern nur noch teilweise. Statt nach der dritten Asana mache ich bei meinem Neueinstieg erst nach der fünften Übung kurz den Sitz-Larry und kann auch die zweite Runde wieder ohne Sternchen zu sehen mitmachen. Aber trotzdem: Irgendwie ist die Parkstraße immer schon weg und man muss mit der Schillerstraße irgendwie über die Runden kommen. Klar, geht auch, aber easy ist irgendwie anders. Ich gewöhne mich auch schneller wieder ein; nach der zweiten, dritten Übungseinheit klappt es eigentlich schon wieder ganz gut.

Nur eines frage ich mich nach jeder Bikram-Session immer wieder: Warum mache ich das nochmal? Nach längerem Grübeln, mehreren Platzverweisen für das Ego und sehr viel ehrlicher Innenschau finde ich es heraus: Weil ich hier meine Grenzen erfahre. Weil mir vor allem in den kühleren Jahreszeiten, also 3/4 des Jahres die Wärme einfach gut tut. Und weil es für mich ist und mir einfach Spaß macht, immer wieder. So einfach ist das…

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