28. Dezember 2015

Problemzonen unter Druck: Hypoxitraining

Das Gerät sieht ja ziemlich seltsam aus. Wie ein überdimensionales Ei, in dem ein Fahrrad steht. „In dem Ei wird ein Unterdruck erzeugt, der das Gewebe an Beinen, Hüften und Po besser durchblutet“, erklärt mir die Inhaberin des Trainingsstudios, Christine Hösch. Bevor ich einsteige, muss ich mich noch vermessen lassen: Die Maße an Hüfte, Bauch, Oberschenkeln und Taille werden schriftlich festgehalten – Schummeln unmöglich. Wer hier radelt, soll in wenigen Wochen merklich an Umfang an diesen Zonen verlieren – was sich für mich ziemlich unrealistisch anhört. Trotzdem habe ich von einer Kollegin gehört, dass es funktionieren soll – und sie ist normalerweise sehr skeptisch. 300 Euro für ein Intensivtraining sind zwar nicht gerade wenig, aber wenn es hilft… Ich möchte der Sache auf den Zahn fühlen und selbst testen, ob da was dran ist. Ich habe bald wieder ein Fotoshooting für einen großen deutschen Verlag und ein paar Zentimeter weniger können nicht schaden; mein normales Trainingsprogramm ziehe ich ja ohnehin durch. „Du musst aber auch auf die Ernährung achten“, empfiehlt mir Christine. „Vor allem Kohlenhydrate sind nach dem Radeln erstmal tabu.“ Wie gut, dass ich ohnehin schon auf meine Ernährung achte.

Vor der ersten Trainingseinheit muss ich mir noch einen Neoprenrock anziehen lassen, der mich ab der Hüfte mit dem Ei verbindet und unter dem der Unterdruck entstehen kann, der für das Training nötig ist. Weil ich viel Sport treibe, darf ich gleich das Intensivprogramm testen: „Doppelrot ist am anstrengendsten, du wirst ins Schwitzen kommen“, meint Christine. Ich bin schon sehr gespannt. Das Programm starten, ich trete in die Pedale. Ich hätte einen Widerstand wie bei einem Spinning-Bike erwartet, aber der Widerstand kommt nicht. Stattdessen saugt es mich nach ein paar Minuten wie von Geisterhand auf meinen Sattel; aufstehen vollkommen unmöglich! Das ist wohl der Unterdruck. Ich blättere in ein paar Zeitschriften und nach kurzen 30 Minuten ist das Training auch schon wieder vorbei. „So, das war’s, bitte aussteigen!“ Christine klappt das Ei auf und lässt mich aussteigen. Meine Beine sind klatschnass. „Du hast ja richtig geschwitzt!“, freut sich Christine. Trotzdem fand ich das Radeln nicht besonders anstrengend. „Du wirst schon sehen, es ist sehr effektiv“, verspricht mir die Expertin, aber ich bin weiterhin skeptisch. In den folgenden vier Wochen komme ich insgesamt 12 Mal zu ihr ins Studio, um eine halbe Stunde zu radeln und dabei sämtliche Frauenzeitschriften und eine riesige Geo-Hefte-Sammlung durchzublättern. Nach der letzten Trainingseinheit werde ich wieder vermessen – und bin wirklich überrascht: „An den Hüften hast du sieben Zentimeter verloren!“ Ich messe ungläubig selber nach – es stimmt tatsächlich, ich habe auf rätselhafte Weise Hüftumfang verloren! Pünktlich zum Shooting! Ich bin begeistert. An der Taille sind es „nur“ zwei Zentimeter, am Bauch auch drei. Ob ich die Zentimeter alle beim Hypoxitraining verloren habe oder ob es auf mein gesteigertes Joggingpensum der vergangenen Wochen (5 Mal 90 Minuten pro Woche, normalerweise laufe ich nur drei Stunden pro Woche) plus eine super strikte Ernährung zurückzuführen ist – ich werde es nicht herausfinden. Aber ich bin mir sicher, dass das Radeln im Ei zumindest gute Unterstützung liefert, wenn man abnehmen möchte.

Mehr Infos zum Unterdruck-Ei: www.hypoxi-muenchen.de

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