Mai

31

Posted by : Nina Winkler | On : 31. Mai 2016

Nur zehn Minuten Zeit und trotzdem fit: Mit intensiven Übungen und meinem clever zusammengestellten Programm klappt das! Probier’s doch mal aus…

Full Body Workouts

Fit, schlank und sexy dank funktioneller Fitness

6×10 Min Workouts

 

Apr

26

Posted by : Nina Winkler | On : 26. April 2016

ninawinkler yogaFitness-Begeisterte werden die neue Herausforderung auf dem Brett lieben, denn sämtliche Übungen sind funktionell! Bauch, Beine und Po kommen ruck-zuck in Form, dazu gibt’s ein Yoga-Stretching vom Feinsten. Knackig üben und hinterher relaxt vom Brett steigen: Probier’ doch einfach mal aus, ob das Board-Feeling dich diesen Sommer packt!

Weitere Infos gibt’s hier:

http://sup-club.bayern/sup-shape/

 

Mrz

02

Posted by : Nina Winkler | On : 2. März 2016

Die spinnen. Das ist alles, was ich denken kann, als ich zum ersten Mal unten im Bikepark des kanadischen Whistler stehe und hinaufschaue. Zig Männer und vor allem auch nicht weniger Frauen finden es sportlich und offenbar auch lustig, sich in einem Park, der aus staubigen Hügeln, Kurven und Sprungmöglichkeiten besteht, wie die Lemminge in halsbrecherischem Tempo hinabzustürzen. Ehrlich gesagt bin ich skeptisch; den Berg fährt man mit dem Lift hinauf und gefährlich ist es auch – das soll Sport sein und Spaß machen?

Downhill heißt der Bikesport jedenfalls, der sich auch in Europa immer größerer Beliebtheit erfreut – in Österreich gibt es zahlreiche Parks – und den ich gleich mit Profi-Bikerin Katrina Strand ausprobieren darf. Ich kann ja einigermaßen skifahren, bin mit Bergen von Kindheit an vertraut – aber durch ausgewaschene, sandige Kurven den Berg hinunter zu preschen, um anschließend mit einem umgebauten Skilift mitsamt dem Bike den Berg hinaufzufahren – also ich weiß nicht…

Zunächst werde ich am Fuße der Garibaldi-Liftstation mit Protektoren ausgestattet, die mir blitzschnell den Look einer ungelenkigen Riesenschildkröte verleihen. Zur besseren Tarnung gibt’s noch einen Fullface-Helm dazu und ein unglaublich schweres Mountainbike. Es wiegt geschätzte 20 Kilo; ich dachte, die Dinger wären mittlerweile ultralight? „Du brauchst das Gewicht, um Tempo zu machen – und fühlst dich außerdem sicherer“, erklärt mir unsere Profibikerin Katrina, die unerwartet hübsch ist und ebenfalls Protektoren trägt. Nur hat sie ein cooles Shirt darüber, was sie eher aussehen lässt wie die coole Schwester von Colt Sievers. Ich fürchte, ich sehe ziemlich dämlich neben ihr aus. Gut, dass man mich mit dem Helm ohnehin nicht erkennt…

„Wieso haben die Räder keine Clickpedale?“, frage ich ganz unbekümmert und zwei Biker, die neben uns stehen, sehen mich fassungslos an. Das war offenbar die No-go-Frage in Whistler. Katrina errötet leicht, zieht mich zur Seite. „Du darfst nicht am Rad fixiert sein, falls du stürzen solltest. Downhill hat nichts mit Mountainbiken zu tun, wie du es kennst!“ Aha. Ich bin verwirrt und halte vorsichtshalber die Klappe. Dann muss ich das Schwergewicht zum Bike-Lift schieben, was mir den Schweiss auf die Stirn treibt. Oben angekommen, muss ich zunächst auf einer Wiese die richtige Kurventechnik üben: Rad in die Kurve drücken, Körper in die andere Richtung lehnen. Was ganz wichtig ist: Nicht hinsetzen! Das Rad hat zwar einen Satte, aber der ist so niedrig gestellt, dass man wirklich nur kurz in der Ebene Platz nehmen kann. „Dein Hebel ist viel größer, wenn du stehst“, erklärt Katrina – klingt logisch. Als sie mir kurz darauf die Piste zeigt, die ich runterfahren soll, klingeln meine Alarmglocken im Kopf: Eigentlich wollte ich biken und nicht den Rest des Urlaubs mit gebrochenen Knochen im Krankenhaus liegen! Katrina wischt meine Bedenken mit einem charmanten Lächeln beiseite: „Sieh einfach dort hin, wo du hinfahren willst. Lass die Angst einfach nicht zu!“ Ich bin skeptisch. Dann nehme ich allen Mut zusammen und stürze mich waghalsig den Berg hinunter. Die Angst geht nicht weg, sitzt mir im Nacken. Ich fahre trotzdem weiter. Die ersten paar Kurven sind schrecklich, ich muss mich sehr konzentrieren und habe ständig Angst, zu stürzen. In einer kurzen Pause gibt mir Katrina den entscheidenden Tipp: „Es ist wie beim Skifahren: Geschwindigkeit gibt Sicherheit!“ Diesen Satz habe ich schon tausendmal gehört und wenn Schnee liegt, kann ich ihn auch ganz gut umsetzen. Aber wenn man jeden Stein, jede Gefahr sieht? Ich wage es einfach mal. Mein Puls beschleunigt sich, ich muss wirklich jeden Muskel anspannen und nach der ersten Abfahrt bin ich überrascht: Das ist ja doch anstrengend!

Wir fahren noch ein paar Mal hinauf und zwischendrin schaffe ich es auch, richtig Gas zu geben und meine Angst wegzusperren. Dann macht es auch richtig Spaß. Abends bin ich ziemlich müde, aber eines habe ich kapiert: Lemminge haben ziemlich viel Spaß am Berg.

Feb

24

Posted by : Nina Winkler | On : 24. Februar 2016

Sieben Wochen ist es jetzt her, dass ich zum ersten Mal in einem Flugzeug saß, die Hände und Füße an den Steuerelementen hatte und mich gefreut habe wie ein kleines Kind, als der Vogel endlich abhob. Sieben Wochen, sieben schriftliche Prüfungen, eine Radiolizenz, rund 45 Flugstunden und einen Englischtest später sitze ich wieder mal im Flugzeug, aber diesmal hat sich einiges verändert:

Statt im kleinen Sportvogel Samba sitze ich nun in einer Cessna 172, Baujahr 1958. Doch die wichtigste Veränderung findet auf dem Platz neben mir statt: Rechts neben mir fehlen 104 Kilogramm Lebendgewicht. Nach der letzten Landung, die zugegebenermaßen ein wenig unsanft war, wollte mein Fluglehrer Joggi unbedingt aussteigen. Als er die Cessna verließ, drehte er sich mit einem Grinsen zu mir um: „So, und jetzt fliegst du eine Platzrunde alleine!“ Ich hatte es ja schon geahnt, irgendwann musste es ja kommen, aber jetzt kam es dann doch ein wenig plötzlich und mein Herz fängt an, wie ein gejagter Hase zu rennen. Ich soll… alleine? Ich muss ihn ziemlich komisch ansehen, denn er beugt sich kurz rüber und meint ganz lapidar: „Los, ich weiß, dass du es kannst!“ Na wenigstens einer. Die Tür knallt zu und weg ist er. Meine Hände schwitzen, mein Rücken ist klatschnass. Dann muss ich wohl den Stier bei den Hörnern packen! Ich bin hin- und hergerissen zwischen schierer Begeisterung und Panik. Die Check-Vorgänge sind so automatisiert, dass sie einfach wie von selbst ablaufen. „Taxi to intersection runway 29“, spreche ich in mein Headset, löse die Bremse und die Cessna hoppelt los.

Wie gelernt stoppe ich, bevor ich den Runway befahre. Vor dem Start folgen noch einige Minuten, in denen ich mit den Runup-Checks beschäftigt bin, die Steuerelemente und Instrumente kontrolliere. Dann gebe ich Bescheid, dass ich zum Abheben bereit bin und positioniere mich auf der Startbahn. Gas geben, Bremse lösen – ich zische über den Runway, erreiche 50 Meilen pro Stunde und ziehe die Nase der Cessna hoch – ich bin gestartet! Ganz alleine, niemand neben mir! Ich schaue nach rechts, kann kaum glauben, dass da keiner ist, der meine Bewegungen, meine Aktionen kontrolliert. Blick auf die Instrumente: Ich steige viel schneller als mit dem Instruktor, das Flugzeug ist ja auch viel leichter. Dann die Linkskurve, wie gelernt, danach habe ich ein wenig Zeit bis zu den nächsten Checks. Schnell zücke ich meine Digitalkamera und knipse mich, das muss festgehalten werden!

Schon ist es soweit, ich fliege eine weitere Linkskurve und befinde mich auf dem Base Leg, der letzten Gerade vor der Landung. Ich checke Bremsen, Enteisungsanlage und Flügelwinkel, behalte dabei meine Geschwindigkeit und die Höhe im Auge. Dann die letzte Linkskurve, ich befinde mich im Sinkflug. Jetzt sind alle Sinne auf die Landung gerichtet und ich konzentriere mich: Geschwindigkeit runter, langsam sinken, die richtige Höhe behalten, dabei auf Seitenwind reagieren. Ich gebe übers Headset Bescheid, dass ich gleich landen werde. „Sieht gut aus“, lobt mich mein Fluglehrer und ich glaube, er will mir Mut machen. Angestrengt versuche ich auf seine Ratschläge zu hören und blicke weit über die Nase der Cessna hinaus in Richtung Ende des Runways. Meine Geschwindigkeit ist perfekt, die Höhe schwindet wie geplant. Wenige Meter über dem Runway ziehe ich die Nase des Vogels heran und – lande! Setze zuerst mit dem rechten, dann dem linken und schließlich dem vorderen Rad auf und kann es kaum fassen: Gelandet. Alleine. Ohne Lehrer. Als ich aussteige, höre ich einen Korken knallen. Nassgeschwitzt steige ich aus und strahle offenbar wie ein Honigkuchenpferd. Und da ist noch jemand, der erleichtert aussieht – und stolz: Mein Fluglehrer Joggi. „Du hast den Rest des Tages frei – lass uns anstoßen!“

Endlich weiß ich, warum die Vögel singen – die dürfen schließlich den ganzen Tag fliegen.

 

Infos: www.aerocare.co.za

Feb

17

Posted by : Nina Winkler | On : 17. Februar 2016

Wo ist der verdammte Blinker? Es gibt offenbar keinen. Und wenn ich an der Steuerung kippe, die wie ein Schaltknauf zwischen den Beinen montiert ist, passiert auch nicht viel. „Rudder!“, kommandiert mein Fluglehrer Theo und ich brauche zwei Sekunden, bis ich kapiere: Ich muss mit den Füßen lenken! Gas und Bremse wie beim Auto kann man gleich zu Beginn komplett vergessen, hier gelten andere Regeln. Insgeheim bereue ich es ein wenig, dass ich Computerspiele bereits als Kind doof fand und mich nie mit Spielzeug auseinandergesetzt habe, das mir jetzt vielleicht hilfreich sein könnte. Egal, da muss ich durch.

Ich bin auf einem kleinen Flugplatz im sehr beschaulichen Ort Bethlehem in Südafrika, drei Stunden von jeglicher Zivilisation und Johannesburg entfernt. Krippe, Jesuskind, Maria und Josef fehlen auch komplett: Nachdem ich mich ausgiebig über den Namen der Ortschaft gewundert habe, bekomme ich meine erste wichtige Afrika-Lektion: TIA. This Is Africa. In Afrika klaut man nicht nur Namen von bekannten, übrigens gerne auch deutschstämmigen Orten (bspw. Heidelberg und Frankfurt sind nicht weit weg von Bethlehem). Hier ist einfach alles ein wenig anders: Car Wash bedeutet einen Bretterverschlag mit Person, Lappen und Wassereimer, Spülmittel kostet extra. Ein “Nachbar” kann kann auch schon mal zehn Kilometer weit weg sein, hier ist viel Platz. Schusswaffen gehören in jeden guten Haushalt und sind nicht nur zur Großwildjagd, sondern in erster Linie zur Selbstverteidigung gedacht. “Wichtig: Zuerst auf den Einbrecher, dann ins Dach schießen. Man muss ja einen Warnschuss abgeben”, erklärt mir mein Vermieter. Alles klar.

Und man kann nichts, absolut nichts ohne Auto unternehmen, noch nichtmal einkaufen gehen. Außer zum Flugplatz marschieren, das ist so eingerichtet: Es gibt ein paar Hütten mit Reetdächern, Minibad und Küche, die nur 800 Meter vom Flugplatz weg sind. Hier werde ich also meine PPL, eine Privatpilotenlizenz machen. Jedenfalls habe ich mir das mal so vorgenommen und ohne groß zu überlegen den Kurs im Internet gebucht. In sechs Wochen – was ein sehr knapp gestecktes Ziel ist, wie ich schon bald feststelle. Sieben theoretische Prüfungen, mindestens 45 Flugstunden und etliche Spezialflüge sind für die Lizenz nötig.

Und jetzt sitze ich hier zum ersten Mal in einem kleinem Sportflugzeug vom Typ Samba und schon die Fahrt zur Startposition ist eine echte Herausforderung. Auf meinen Ohren thronen zwei sehr seltsam aussehende blaue Kopfhörer und vor meinem Mund schwebt ein Mikrofon, das ich per Knopfdruck am Stick zur Kommunikation mit dem Flugplatz nutzen kann. Sieht wichtig aus, aber ich habe nicht die geringste Ahnung, was ich damit machen muss. Das erzähle ich Theo auch vorsichtshalber, aber er grinst nur: „Keine Sorge, ich mach das schon!“ Wir fahren in Schlangenlinien die Landebahn rauf und drehen um, machen uns fertig für den Start.

Gefühlte hundert Checks später sind wir endlich bereit zum Abheben und ich weiß nicht, wie ich mich fühlen soll. Ein wenig seltsam ist es ja schon, sich auf einen so winzigen Vogel zu verlassen, der noch dazu nicht mit Flug- sondern Normalbenzin funktioniert. Ob das klappt? Noch bevor ich anfangen kann, mich zu fürchten, hat Theo auf Maximalgeschwindigkeit beschleunigt und hebt die Nase des Flugzeugs ganz sanft an.

Wir heben ab. Ganz leicht, ganz einfach, fast schon unspektakulär – wir schweben nahezu in den Himmel hinauf und ich fühle mich mit einem Mal ganz leicht. Wie ein Vogel steigen wir hinauf und ich kann mich gar nicht sattsehen an den ockerfarbenen Feldern, den gewundenen Flüssen und den bizarr anmutenden Bergen der Gegend. Es ist unglaublich schön, wir mäandern über die Region dahin. „Jetzt übernimm du die Kontrolle“, fordert mich Theo auf und ich kann es kaum glauben: Ich darf fliegen! Vorsichtig teste ich die Seitwärtsbewegungen mit und ohne Stick und Ruder aus, versuche, im Gleichgewicht zu bleiben – was gar nicht so einfach ist. Hier und da erfasst uns ein Windstoß und bringt unsere Samba etwas aus dem Gleichgewicht – und mich dazu. Meine Gegenbewegungen sind zu stark, diagnostiziert Theo und übernimmt wieder die Kontrolle.

Dann fliegt er tiefer: Eine Herde Wilderbeast, eine zottige, kleine Rinderart flüchtet vor uns und wirbelt eine gelbe Staubwolke auf. Wir steigen wieder, es geht zurück in Richtung Flugplatz.

Kurz vor dem Anflug auf den Flughafen fragt mich Theo: „Hast du die weißen Löwen schon mal gesehen?“ Ich verneine. Er fliegt eine Kurve und wir fliegen über eine Flusslandschaft. Am Ufer räkelt sich tatsächlich eine Herde weißer Löwen – ich bin begeistert! Laufen die hier wirklich frei rum? „Nein, das ist eine Zucht“, erklärt mir mein Fluglehrer, was mich etwas enttäuscht.

Kurz später setzen wir zur Landung an, die den schwierigsten Part am Fliegen darstellt. Wider Erwarten landen wir ganz sanft, ich spüre das Aufsetzen kaum. Etwas geschafft, aber von Glücksgefühlen durchströmt steige ich kurze Zeit später aus. Jetzt weiß ich, dass ich genau das wollte: Die Welt aus einer anderen Perspektive sehen, zunächst sechs Wochen lang.

Mehr Infos zu PPL finden Sie unter www.pilotenschule-suedafrika.de

Feb

08

Posted by : Nina Winkler | On : 8. Februar 2016

Marathonläufer sind seltsame Menschen. Sie laufen in Mülltüten gehüllt herum…Etwas verlassen stehe ich am Startpunkt des Hanse-Marathons. Es ist Ende April 8 Uhr morgens, eisig kalt. Ein bisschen aufgeregt bin ich ja schon. Warum ich das mache? Größenwahn, vermutlich. Wenn ich mich umsehe, komme ich mir nämlcih höchst unprofessionell vor. Weder ein Getränkegürtel mit schicken kleinen Zaubertrank-Fläschchen daran noch irgendwelche teuren Kraftfutter-Riegel, auf denen „Power“ oder „Energy“ steht, gehören zu meiner Ausrüstung. Auch kein Trikot mit schnell aussehenden Streifen oder funktionellen Belüftungsschlitzen. Ich bin der Opel unter den Marathon-Ferraris. Das einzig wirklich teure Stück an meiner Ausrüstung sind die Schuhe, die knapp 200 Euro gekostet haben.

Wohin eigentlich mit dem Startbeutel? Irgendwo konnte man doch die Tüten abladen… Und was soll ich eigentlich mit meiner Jacke machen? 42,195 Kilometer mitschleppen? Aha, kapiert: Die mit den Mülltüten sind gar nicht so blöd, sondern eigentlich recht clever. Das Plastik hält die Körperwärme am Leib und wegwerfen kann man die Dinger auch ganz easy. Genau wie die hässlichen Pullover, die ich überall sehe. Klamottenentsorgung mal anders. Na gut, aber meine Lieblingsjacke werde ich auf keinen Fall an die Kleidersammlung abgeben. Nach einem kurzen Temperaturtest muss nur die Weste in den Kleiderbeutel, den ich abgeben kann und im Ziel wiederbekomme. Das Ärmelteil mit der Kapuze bleibt an und ist auch umgebunden kein großes Hindernis. Gut, dass ich eine lange Hose anhabe! Bibbernd und hüpfend steht die Menge am Start. Hoffentlich spricht mich jetzt niemand an, ich stehe unter Hochspannung und bin sehr konzentriert. Nochmal Kontrolle des Mess-Chips, der am rechten Schuh angebunden ist. Damit wird die Laufzeit registriert. Füße und sämtliche Nähte am Top sind bereits mit Vaseline eingeschmiert, um Scheuerstellen zu vermeiden. Blick auf die Pulsuhr, gleich geht’s los.

Der Startschuss fällt. Es passiert: Nichts. Dan ein kleiner Ruck, die Menge setzt sich langsam in Bewegung. Es kommt zum Gedränge, Läufer von hinten wollen überholen. Lauf über den Zeitnehmer, einen roten Plastikteppich, der bei jedem Läufer mit Chip piepst. Jetzt geht es also wirklich los. Ganz unspektakulär, überraschenderweise. Wie ein morgendlicher Routinelauf fühlt es sich an, aber tief innen sitzt die Gewissheit, dass das Gefühl diesmal ziemlich trügt. Die Läufer ziehen langsam an, es geht stadtauswärts, parallel zum Hafen in Richtung Blankenese. Das Tempo wird schneller, langsam entzerrt sich der Trupp, entsteht mehr Bewegungsspielraum. Die Strecke ist abgesperrt, dahinter steht eine nicht abreißende, anfeuernde Menschenmenge. Viele haben Plakate dabei, einige haben sich die Gesichter bemalt, alle schreien durcheinander. Ein komisches Gefühl, durch dieses Menschenspalier zu laufen, aber motivierend. Der Weg führt über den Kiez, an der Seite stehen barbusige Frauen, abgestürzte Nachtmenschen und wieder unzählige Zuschauer, die die Läufer mit Rufen wie „Hopp, hopp! Haltet durch!“ anfeuern. In der ersten reihe steht ein kleines Mädchen mit einem Stück Papier in den Händen: „Mami, du schaffst es !“ Einen Moment lang bereue ich es, dass ich Freunden und Familie das Zusehen unter Androhung von großer Verärgerung untersagt habe und alleine nach Hamburg gekommen bin.

Ich bin zu schnell, das weiß ich. Aber die Masse zieht, lässt alle guten Vorsätze zum Langsamlaufen verpuffen. Anfängerfehler, echot es in meinem Kopf. Zügeln? Keine Chance, es geht einfach nicht. Ich genieße den Anblick der wunderschönen Stadt und versuche, alle anderen auszublenden. Das ist nicht einfach bei dem Trubel, aber nach einigen Kilometern gelingt es. Irgendwann kommt der Umkehrpunkt in Blankenese und der Weg führt zurück in die Innenstadt. Kurz vor dem Fischmarkt geht es zunächst leicht bergauf, dann leicht bergab: was für eine Wohltat!

Die erste Versorgungsstation naht, nur noch wenige Meter bis zu den Bananen und dem wasser. Ich nehme beides, stopfe mir ein Bananendrittel in den Mund und schütte mir die Hälfte des Pappbecherinhalts leider über das Shirt. Egal, weiter geht’s. Nach ein paar Kilometern spricht mich ein Mitläufer an: „Hallo, wie heißt du? Wir haben das gleiche Tempo, laufen wir ein Stück zusammen?“ Hubert wohnt ebenfalls bei München und wir sprechen ein paar Kilometer lang über Sport, das Lauftraining an sich und über Sport allgemein. Es ist sehr kurzweilig, aber ich merke, dass mir Hubert einen Tick zu schnell ist. Ich halte Kriegsrat mit mir selbst. Bis jetzt habe ich bei den Kilometermarken weggesehen, wollte nicht wissen, wie weit oder nah das Ziel entfernt ist. Ich ertappe mich, wie ich bei km 18 auf das Schild linse. Dann fasse ich mir ein Herz und sage meinem Mitläufer, dass ich sein Tempo nicht mitlaufen kann. Er reagiert supernett und meint, dass er mich noch ein wenig begleitet. Das ist toll, denn alleine laufen erfordert noch mehr Willenskraft, als zu zweit vor sich hin zu traben.

Schließlich verabschiedet sich Hubert. Eine ganze Weile noch trabt er vor mir her, dann verschwindet er in der Menge. Mittlerweile ist es sehr sonnig geworden, fast schon heiß. Das Kapuzentop wandert auf die Hüften. Ich wünsche mir eine Sonnenbrille auf die Nase. Die Hitze bremst – nicht mein Wetter, das war schon bei den sonntäglichen Laufeinheiten letzten Sommer klar. Langsam melden sich auch meine Beine. Tempo und Technik lassen schon seit km 25 zu wünschen übrig. Also konzentrieren: Steißbein runter, Bauch fest, Schultern zurück. Und immer wieder: Abrollen, nicht aufpatschen. Die Kilometer werden zäh, ziehen sich wie ein Gummiband dahin. Immer länger dauert es von Schild zu Schild, auf dem die Kilometer vermerkt sind. Bestimmt haben die Marathonhelfer die Schilder falsch aufgestellt. Irgendwer muss ja schließlich schuld sein. Ich kriege echt miese Laune.

Dann komme ich in die City Nord. Es geht wieder leicht bergab. Eine Combo steht am Straßenrand, macht Musik. Überall Leute, schon die ganze Zeit. Unglaublich. Manche Leute, die an der Strecke wohnen, machen aus dem Laufevent eine Party. Haben CD-Anlage, Grill und Bierfässer in den Vorgarten gestellt und sehen uns zu. Ich komme mir vor wie eine Kuh, die den Almabtrieb mitmacht.

Mit einem Mal kippt mein Körper Endorphine aus, nicht zu knapp! Ich habe das Gefühl zu schweben. Meine Beine sind ganz leicht, ich laufe und laufe, mindestens fünf Kilometer lang, ohne nachzudenken. Dann lässt das Gefühl wieder nach, leider. Ich bin etwas benommen, aber meine Beine holen mich schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Dass die vorderen Oberschenkel mal schmerzen können bei einem längeren Lauf, das ist klar – aber auch die Rückseiten? Ich bin beleidigt, fühle mich von meinem Körper verraten. Mein Kopf wird trotzig. Kommt nicht infrage, aufzuhören, auch wenn es die Beine immer vehementer fordern. Dann kommt das Schild von km 35 und ich weiß, das alles, was ich gerade erlebe, ganz normal ist. Dann schleicht sich ein Gedanke ins Hirn: „Du könntest doch mal gehen zwischendrin, so wie die da drüben!“ Ausprobieren. Die Rechnung kommt sofort: Die Beine schmerzen schlimmer als zuvor und ich jogge lieber wieder. Hoffentlich bekomme ich keinen Krampf. Kurzes Stretching, wieder laufen. Es ist ein Teufelskreis: Laufe ich, schmerzen die Beine, gehe ich, wird es schlimmer, stretche ich, komme ich nicht voran.

Bei km 40 spricht der Stolz ein Machtwort: Kein Stopp mehr bis zum Ziel. Die Beine beschweren sich, auch der Po ist bretthart. Dann ein Plakatträger: „Noch 800 Meter bis zum Ziel!“ Ich nehme meine letzten Reserven zusammen, ignoriere Kopf, Lunge, Beine und Po und werde schneller. Atmen kann ich später, denke ich und renne. Renne um die Kurve, immer weiter, immer weiter, bestehe nur noch aus Laufschritten. Der Mann mit dem Plakat hatte offenbar keinen Kilometerzähler dabei, denn ich laufe schon eine ganze Weile, gehe eine riesige Sauerstoffschuld ein. Dann rückt das Ziel in mein Blickfeld: Nun ist es noch realistische 800 Meter weit weg. Durchhalten, gleich geschafft!

Mit allerletzter Energie geht’s über den Zeitmesser, dann sofortiger Stopp. Mitten im Weg, nach Luft japsend und rot wie eine Tomate, kein Meter geht mehr. Egal. Ich will nur noch eines: Liegen. Und Wasser. Viel. Trinken, sofort. Wie ein Grobmotoriker schleppe ich mich Richtung Ausgang. Irgendwer hängt mir eine spielkartengroße Medaille um, aber ich kann nur an meine brennenden Füße denken. Spüre mindestens vier Blasen. Dann endlich realisiere ich, was passiert ist: Ich bin im Ziel, habe es geschafft! Ich könnte heulen vor Freude, verschiebe das dann doch auf „nach den ersten paar Litern Wasser“. Später schleppe ich meinen geschundenen Körper vor die Halle, in der ich meine Jacke abgeholt habe und lege mich irgendwo auf einer Wiese hin und schließe die Augen, um die Mundwinkel ein zufriedenes Lächeln.

 

Mehr Marathon-Infos und die nächsten Termine: www.marathon.de

Feb

05

Posted by : Nina Winkler | On : 5. Februar 2016

Wackelnd zur Bestform? Rückenschmerzen wegschwingen? Es sieht ja irgendwie unspektakulär aus. Eine Stange, die nicht viel wiegt, in der Mitte ein Griff und an den Enden zwei Gummistopper. Was soll dieses Leichtgewicht großartig an meiner Muskulatur ändern? Ich bin skeptisch.

Die Arbeitsweise des Zauberstabs sei ganz einfach, beschreibt die Expertin Barbara Klein, die den Kurs anleitet: „Das Gerät wird mit kleinen Impulsen zum Schwingen gebracht. Dazu ist hauptsächlich die Anspannung der koordinativ wichtigen, kleinen Muskeln im Körper nötig, die man willkürlich oft gar nicht anspannen kann.“ Hört sich gut an, bitte mehr davon! Und es geht weiter: „Das ist ein großer Vorteil des Flexi-Trainings: Wie bei natürlichen Bewegungen wird ein Muskel nie isoliert, sondern immer im Zusammenhang mit den umliegenden Muskeln bearbeitet. Das garantiert auch im Alltag eine Funktionalität der so aufgebauten Muskeln“, erklärt die Physiotherapeutin. Und soll vor allem Core- und Rückenmuskeln trainieren.

 

Ich bin schon ganz gespannt – also los: In die Grätsche, Gerät waagrecht halten und schwingen. „Ganz locker auf und ab, nur senkrecht, nicht rotieren“, leitet Barbara Klein an. Schwingen? Ich rüttle an der Stange, sie bewegt sich kurz, aber dann ist auch schon Schluss mit Good Vibrations. Nach zwei Minuten kriege ich schlechte Laune, das Flexi-Bar zuckt, aber konstant schwingen? Fehlanzeige. Dann kommt die Trainerin persönlich zu mir und beschreibt, was zu tun ist: „Das Gerät mit kleinen, konstanten Impulsen füttern; dann schwingt die Stange wie von alleine.“ Ich sehe ihr kurz zu, ihre Arme bewegen sich kaum, und begreife: Der Schwung kommt irgendwie von innen! Also los: Core-Muskeln anspannen, Po fest, Bauch rein – und dann die Überraschung: Es schwingt! Es schwingt und hört nicht mehr auf! Na endlich! Ich bin erleichtert und ein wenig stolz. Frau Fitness-Expertin hat’s geschafft und das störrische Gerät doch noch bewegt! Das ist dann auch der Kontrollmechanismus fürs Training: Schwingt die Stange, liegt man richtig. Schwingt sie nicht, benutzt man die großen, sogenannten globalen Muskeln anstatt der tiefliegenden Core-Fraktion. Der Trick: „Nicht mit dem Kopf schwingen, sondern mit dem Körper spüren!“ Das ist vor allem zu Beginn und besonders für Kopfmenschen nicht ganz einfach, aber anscheinend der einzige Weg zum Flexi-Schwung.

Gerade als ich mich schön eingeschwungen habe, ist es auch schon wieder vorbei mit der Freude: Die wahre Herausforderung kommt aber erst noch. Senkrecht schwingen, von Seite zu Seite! So sehr ich mich abmühe, Flexi-Bar macht sich stocksteif und mein Po wackelt hin und her wie bei einer Samba-Session. Meine Güte, muss ich albern aussehen! Gut, dass die Übung nicht lange dauert. Die nächsten Moves finden auf einem Bein statt, die Stange wird in alle möglichen Richtungen geschüttelt und geschwungen. Es klappt auch halbwegs. Der Schweiß auf meiner Stirn verrät mich: Ja, es ist anstrengend! Ja, ich schwitze! Ja, ich habe das Leichtgewicht unterschätzt! Nur gut, dass dabei der Stoffwechsel ordentlich auf Touren kommt: Bis zu einem Drittel mehr verheizte Kalorien verspricht der Hersteller dem braven Stangenschwinger.

 

Die Stunde ist schnell vorbei und ich fühle mich eigentlich nicht komplett erledigt. Doch das Gefühl ist trügerisch. Wie sehr, das merke ich erst am nächsten Tag: Ich fühle mich, als ob ich noch nie in meinem Leben einen Toning-Kurs mitgemacht, geschweige denn angeleitet hätte. Meine Bauchmuskeln spüre ich rundum und auch Rücken, Po und Beine sind leicht verkatert. Die Arme und Schultern spüre ich auch, allerdings leicht, angenehm. Fazit: Für Group Fitness eine tolle Alternative zu Hanteln, Gummiband und Co; und irgendwie finde ich den Gedanken sehr reizvoll, mit einem unscheinbaren Gerät sämtliche Muskelprotze KO gehen zu lassen… Vielleicht im nächsten Bauchtrainingskurs? Einen Tag später melde ich mich dann auch zur Ausbildung an: Diesen Trainerschein brauche ich unbedingt auch noch!

 

Mehr Infos finden Sie unter www.flexi-sports.com

Jan

27

Posted by : Nina Winkler | On : 27. Januar 2016

 

Bei mir hat’s geklingelt – dank Kettlebell, der kuhglockenartig designten Hantel aus den USA. Naja, eigentlich ja aus Russland…

Aber nochmal von vorn.

Gewichte heben, neuer Trend? Das kann ich mir ja kaum vorstellen. Nachdem bereits Jane Fonda in den 70ern, na ja, sagen wir spätestens Jennifer Wade in den 80ern schon rosa Hanteln im Stringbody auf Radlerhosen stemmten, kann ja die Erfindung nicht so neu sein. Dennoch: Ich bin neugierig. Die Kugelform des Eisens ist jedenfalls eine ungewöhnliche Idee.

Viele andere Interessierte wollen die Kettlebells auch sehen, die Anmeldungszahlen für die Vorstellung des Geräts in New York sind gut. Damit sind wir aber auch schon beim philosophischen Teil angelangt: Gerät? Kann man bei einem Stück Eisen eigentlich von einem Gerät sprechen? Ich bin skeptisch, zumal das Ding im Internet aussah wie eine Kugelstoßer-Kugel mit Griff dran. Als ich schließlich in New York auf der Kettlebell-Convention im Marriott-Hotel am Times Square angelangt bin und das Prachtstück in den Händen halten, stelle ich fest: Es sieht wirklich ganz genau so aus. Wie eine Kanonenkugel, in verschiedenen Größen bis zu 25 Pfund erhältlich. Gibt’s ganz roh als Schwarzenegger-Variante in harsch gebürstetem Eisen oder für eine hübschere Optik mit schickem farbigem Kunststoffüberzug, auch in pink. Die Kettlebell ist nur wesentlich größer und schwerer, als ich dachte. 8 Pfund, stolze vier Kilo, werden mir im ersten Kurs empfohlen. Der ist (Frau Fitness-Expertin lässt sich ja nicht lumpen!) zwar für Fortgeschrittene gedacht, aber für Anfänger ist ja sicher sowieso langweilig. Es sind etliche Journalisten aus der Fitness-Branche zur Kettlebell-Convention angemeldet und die Demo-Geräte schnell an willige Neulinge verteilt. Im Gegensatz zur Kugelhantel, die es übrigens bereits seit dem 19. Jahrhundert gibt, ist der Griff ein wenig verändert worden, die Hantel ist benutzerfreundlicher und in verschiedenen Gewichtsklassen erhältlich. Das Training, das ursprünglich aus Russland kam, ist an moderne Anforderungen angepasst und mit internationalen Experten zu einem effektiven Ganzkörpertraining weiterentwicklet worden.

Dann geht’s los, und zwar von Anfang an ziemlich knackig. Zuerst wird die Bewegungsform mit der Kettlebell erklärt: Klar muss man das Ding auch mal heben, aber es wird auch viel geschwungen und gewuchtet und ich kann mir nicht helfen, es sieht nach Kugelstoßen aus.

Der Trick mit der Kettlebell: Der Schwerpunkt wird vom Körper weg verlagert, dadurch sollen Core-Muskeln verstärkt trainiert werden, die Gravitationskräfte werden genutzt und das Üben soll insgesamt effektiver und intensiver als ein herkömmliches Hanteltraining sein.

Die Trainerin kombiniert also Lunges (Ausfallschritte nach hinten) mit seitlichen Auf- und Abschwüngen des Geräts und nicht zuletzt wegen des hohen Gewichts empfinde ich das Üben als ziemlich anstrengend. Die Bewegungen sind vor allem im Schulterbereich ziemlich ungewohnt und erfordern verhältnismäßig viel Beweglichkeit im Oberkörper, gleichzeitig Kraft in Bauch und Rücken. Ein wenig Geschicklichkeit ist auch gefordert, wenn man im Schwungmoment kurz loslassen muss, um in eine andere Griffposition zu gelangen. Meine Muskeln sind nach etwa 20 Minuten eigentlich schon am Limit, aber aufhören? Kommt nicht infrage. Na gut, nach 40 Minuten, ich gebe es ja zu, musste ich dann doch einen Gang runterschalten bzw. mir eine leichtere Kettlebell reichen lassen und die letzten Liegestütz mit engem Griff lasse ich großzügig weg. Nach einer Stunde bin ich wirklich gut durchgearbeitet.

Fazit: Ein tolles Workout, ich bin wirklich begeistert. Von muffiger Hantelschwinger-Atmosphäre oder Oldschool-Schwergewichtlern keine Spur, dafür intensives Core-Training (manchmal sogar Hardcore!) und eine Menge innovative Moves.

Ein deutliches Manko gibt es dennoch: Durch Schwungbewegungen, vor allem in einer Aufwärtsbewegung des Arms, schlägt die Kugel gerne unsanft an die Außenseite des Handgelenks und verursacht sehr leicht blaue Flecken. Laut Hersteller soll das an unsachgemäßer Handhabung liegen, aber Nachforschen im Team der angehenden oder bereits ausgebildeten Trainer ergibt eindeutig: Mit diesen Folgen muss eigentlich jeder Kettlebell-Neuling rechnen.

Der Spaß am Üben wiegt aber die kleinen Blessuren jedoch locker auf: Wer ein intensives, forderndes Workout sucht, neue und unkonventionelle Bewegungsabläufe mag, ist mit dem Training bestens bedient. Vor allem Leute, die Spaß an Langhanteltraining haben, werden hier sicher auf ihre Kosten kommen. Weiterer Pluspunkt: Die meisten Trainer achten bei der Gestaltung des Trainings auf gleichzeitige Bewegung von Ober- und Unterkörper. Das hält den Puls oben, ein Ausdauertraining und Fettverbrennung on top ist garantiert. Unbedingt ausprobieren!

Mehr Infos zu Conventions, auf denen man die Kettlebells testen kann: www.ifaa.de

 

Jan

20

Posted by : Nina Winkler | On : 20. Januar 2016

Die Fitness-Anlage „Chelsea Piers“ in New York ist riesig. So riesig, dass es nicht nur einen, sondern gleich zwei Boxringe gibt. In einem davon findet dreimal wöchentlich zur Mittagszeit ein einstündiger Kurs mit dem bezeichnenden Namen „Lunch Box“ statt. In einer Stunde sollen büromüde Großstädter mit einem intensiven Boxtrainingsprogramm auf Figurkurs gebracht werden, ordentlich Fett verheizen und ihren Body shapen.

Das muss ich mir näher ansehen! Punkt 12 Uhr erscheine ich also am Boxring, mit mir 8 andere Fitness-Freaks, die sichtlich abgehetzt aus dem Büro oder einem Meeting kommen müssen. Der Trainer ist auch schon da: Er heißt Jimmy, Afroamerikaner, misst locker einen Meter neunzig und hat so viele Muskeln, dass ich mich ernsthaft frage, wie er die anmutig und locker-boxend bewegen will. Jimmy sieht zum Fürchten aus und hat eine grimmige Gangster-Miene aufgesetzt, die er durch einen harschen Drill-Ton unterstreicht. „Seilspringen, 3 Minuten!“ befiehlt er und jeder greift sich ein Seil. Wir müssen uns im Kreis aufstellen und hüpfen, bis der Schweiß in Strömen fließt. Jimmy konsultiert jeden Teilnehmer einzeln und heizt uns ein „Schneller, Nina! Das sieht noch nicht anstrengend genug aus!“ Ich wusste nicht, dass man in drei Minuten einen gefühlten Liter Schweiß verlieren kann, aber gut. Weiter geht’s mit Intervalltraining: Jeweils zwei Personen müssen mit Pratzen, am Boxsack, im Ring oder mit Jimmy trainieren. Ich kriege Jimmy ab: Er befiehlt mir, mich auf den Rücken zu legen, worauf ich harmlose Stretching-Übungen erwarte. Er packt jedoch meine Füße, klemmt sie zwischen Hüfte und Unterarmen ein und befiehlt: „Komm hoch!“ Ich hänge kopfüber wie eine Fledermaus und kapiere nicht gleich: Wie, bitteschön, soll ich da rauskommen? Soll das Selbstverteidigung im ungleichen Wettbewerb werden? „Bauchtraining, auf geht’s!“ Ah, ich verstehe, ich soll meinen Oberkörper anheben und Bergab-Situps machen. Nach zehn Wiederholungen reicht es mir und ich verharre in der Kopf-unten-Position. Batman-like will ich pausieren, als Jimmy mich anherrscht: „Weiter! Pause machen kannst du später!“ Ich mobilisiere meine Kraftreserven und lifte mich weitere 15 Wiederholungen lang nach oben. Dann lässt mich Jimmy endlich wieder los und ich kann verschnaufen. Denkste! „Ab an den Boxsack!“ Jimmy scheucht mich an den nächsten Boxsack und ich muss riesige Handschuhe anziehen, mit denen ich aussehe wie eine Comicfigur auf Verbrecherjagd. Dann muss ich punchen, kicken, drauflosdreschen. Ich gebe alles und bin wie von Sinnen. Alles muss raus, Nina schlägt zurück! Nach drei Minuten Rocky-Feeling geht mir langsam die Puste aus. Gut, dass das Intervall vorüber ist – doch jetzt wird’s ernst. Rocky-Nina muss in den Ring steigen. Ich schlucke. Jimmys Gehilfe ist dick in Protektoren eingepackt und hält mir die Pratzen zum Drauflosschlagen hin. Schon wieder! Ich setze zur zweiten Runde „hart und gnadenlos“ an und verdresche das Michelin-Männchen, versuche es zumindest. Der Verpackte macht es mir nicht einfach, hält die Pratzen immer wieder an andere Stellen und ich muss mich ganz ordentlich konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren.

Nach diesem Intervall muss ich erstmal einen halben Liter Wasser trinken, dann geht’s weiter mit Kräftigungsübungen. Zum Einstieg darf ich erstmal 30 Liegestütze absolvieren, nach den 22. Wiederholung kniet Jimmy neben mir und brüllt mich an „Weiter runter! Das kannst du besser!“ Ich beuge meine Ellbogen, so gut ich noch kann, und hoffe, dass es bald vorbei ist. Nur keine Blöße zeigen! Dann, endlich, Wiederholung Nummer 30 – geschafft! Ich setze mich auf und sehe, dass Jimmy bis über beide Ohren grinst. Ja, der Frau Fitness-Expertin hat er’s ganz schön gezeigt! Ich hasse ihn kurz und grinse zurück. 11Es folgen noch ein paar wirklich anstrengende Bauchübungen, dann ein Mini-Stretching – und schon ist die Stunde rum. Ich bin fix und fertig. So sehr musste ich mich schon lange nicht mehr beim Sport anstrengen! Dennoch: Das Training hat mich begeistert, von alleine würde man nie so sehr an seine Grenzen gehen – unbedingt ausprobieren, wenn sich die Gelegenheit bietet!

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Posted by : Nina Winkler | On : 16. Januar 2016

 

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Liebe Yogis, die Kurse in grün könnt ihr bereits jetzt schon besuchen, die Kurse in blau sowie ALLE Kinderkurse finden ab Februar statt. Voranmeldungen werden gerne jetzt schon entgegengenommen. Ich freue mich auf euch! Namasté! Nina